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Es ist nie zu spät, um aufzustehen. Dieser Blog handelt von meinem Weg in die Gesundheit - ohne Essstörung.
 

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Leere Momente, die zu Fülle verhelfen.

Es gibt wieder Momente, in denen ich Hunger habe, aber nichts essen möchte. Solche Momente halten aber höchstens (noch) Stunden an. Und "Anhalten" ist in der Tat das richtige Wort dafür. Sie treten zum Beispiel dann ein, wenn, wie heute, meine Mutter mich mit ihrem Ärger und existentiellen Sorgen überschüttet (was mich belastet). Hinterher fiel mir auf, dass ich währenddessen unmerklich mitschrieb: "Ärger: Abreagieren, Darüber Sprechen, Entgegenhandeln. Urlaub", :-D was definitiv Worte aus der Klinik sind (bis auf "Urlaub". Ich liebe es, von anderen Menschen (positiv) beeinflusst zu werden!!! Am schönsten ist es, wenn man irgendwann merkt, dass man selbst bestimmte Worte oder Arten, die eigentlich Eigenarten einer anderen Person sind, mittlerweile mit voller Ernsthaftigkeit unbewusst in das eigene Leben integriert hat :-)

Jedenfalls ist es schwer, vor Gedanken zu flüchten. Es ist schwer - eine schwere Last - die Sorgen der Mutter mit zu (er-)tragen. Ich fühle mich dann so, als könne ich nichts tun, außer hinterher eben doch: Hungern - etwas, das ich noch tun kann, weil es nur mich ganz alleine betrifft und niemand anderen trifft. Weil es diese Verbindung in meinem Gehirn noch gibt.

Doch dann: Klick. Plötzlich kommt es mir wieder so sinnlos vor und ich stehe auf, zutiefst bestürzt darüber, was für Gedanken mir noch kurz zuvor durch den Kopf gegangen sind. Es ist wie, als wenn irgend ein Ich von mir wegfallen würde, so viel fällt da. Und ich bereite mir Essen (zum essen!) zu. Liebevoll. Mit Abwiegen - damit es auch genug ist; nahrhaft ist. 250g Vollkornspagetthi mit Tomaten-Frischkäsesoße. Egal, was :-) Nach dem Verzerren solcher Mahlzeiten, fühle ich mich immer besonders stark und gestärkt. Erstarkt. Ich finde es zwar nicht so super, dass mir jeden Tag so schwere Aufgaben gestellt werden, aber auf der anderen Seite könnte ich ohne diese, und ohne Momente, in denen ich mich so sehr dazu gedrängt fühle, Zu hungern - dann "erst-recht-essen" - und Loslassen nicht gesund werden und wäre nicht da, wo ich jetzt schon, oder noch? bin.

Das Gesundwerden und -bleiben, wenn man es wahrhaft durchzieht, besteht aus eben solcher Momente und fühlt sich schwerer an, als in der Krankheit zu verharren. Das Aufrechterhalten, vor allem der Magersucht, erfordert eine immense Kraft - genau dieselbe Kraft fließt in das Gesundwerden, in die entgegengesetzte Richtung gelenkt! Nur, dass man bei diesem Kraftaufwand auch alles mit voller Wucht spürt - weil man nicht mehr apathisch ist und mit jedem Kilo mehr fühlt...

Danke Welt, für die schweren Aufgaben, an denen ich jeden Tag wachse. Da ist noch mehr Potential, also bitte mehr davon, ich schaffe noch mehr!

26.8.14 20:26

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