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Es ist nie zu spät, um aufzustehen. Dieser Blog handelt von meinem Weg in die Gesundheit - ohne Essstörung.
 

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Ich ziehe um! In ein paar Tagen wird dieser Blog gelöscht. Ab nun bin ich unter http://mittel-zum-leben.blogspot.de/ zu erreichen!

29.8.14 14:20, kommentieren

Pusteblume.

Aaaaaah wie ärgerlich. Das muss ich mir schnell von der Seele schreiben: Der Ort, an dem ich am liebsten die Ausbildung/bzw. das Studium gemacht hätte - bei welchem ich aber als einziges vorläufig nur einen Wartelistenplatz erhielt - bot mir heute einen Platz an (!), den ich ablehnen musste :-(

Es hätte jetzt echt nicht mehr funktioniert mit Wohnplatzsuche, Geld(ähm, -verteilung?). Deshalb möchte ich auch gar nicht mehr daran denken, wie schön es gewesen wäre. Ist es nämlich nicht.

Das Leben: es läuft wieder besser denn je - alleine schon weil: ich habe ein Leben. Und ich darf es auf diese Art und Weise leben. So wundervolle Menschen bereichern es; auch innerlich bin ich wieder reich. Doch in Wirklichkeit fühle ich mich manchmal so unsicher, so ... klein und widerwertig und wie eine Pusteblume, an die man pustet. Hin und her, schwebend, ohne Halt. Ich brauche Erdung.

28.8.14 11:17, kommentieren

Leere Momente, die zu Fülle verhelfen.

Es gibt wieder Momente, in denen ich Hunger habe, aber nichts essen möchte. Solche Momente halten aber höchstens (noch) Stunden an. Und "Anhalten" ist in der Tat das richtige Wort dafür. Sie treten zum Beispiel dann ein, wenn, wie heute, meine Mutter mich mit ihrem Ärger und existentiellen Sorgen überschüttet (was mich belastet). Hinterher fiel mir auf, dass ich währenddessen unmerklich mitschrieb: "Ärger: Abreagieren, Darüber Sprechen, Entgegenhandeln. Urlaub", :-D was definitiv Worte aus der Klinik sind (bis auf "Urlaub". Ich liebe es, von anderen Menschen (positiv) beeinflusst zu werden!!! Am schönsten ist es, wenn man irgendwann merkt, dass man selbst bestimmte Worte oder Arten, die eigentlich Eigenarten einer anderen Person sind, mittlerweile mit voller Ernsthaftigkeit unbewusst in das eigene Leben integriert hat :-)

Jedenfalls ist es schwer, vor Gedanken zu flüchten. Es ist schwer - eine schwere Last - die Sorgen der Mutter mit zu (er-)tragen. Ich fühle mich dann so, als könne ich nichts tun, außer hinterher eben doch: Hungern - etwas, das ich noch tun kann, weil es nur mich ganz alleine betrifft und niemand anderen trifft. Weil es diese Verbindung in meinem Gehirn noch gibt.

Doch dann: Klick. Plötzlich kommt es mir wieder so sinnlos vor und ich stehe auf, zutiefst bestürzt darüber, was für Gedanken mir noch kurz zuvor durch den Kopf gegangen sind. Es ist wie, als wenn irgend ein Ich von mir wegfallen würde, so viel fällt da. Und ich bereite mir Essen (zum essen!) zu. Liebevoll. Mit Abwiegen - damit es auch genug ist; nahrhaft ist. 250g Vollkornspagetthi mit Tomaten-Frischkäsesoße. Egal, was :-) Nach dem Verzerren solcher Mahlzeiten, fühle ich mich immer besonders stark und gestärkt. Erstarkt. Ich finde es zwar nicht so super, dass mir jeden Tag so schwere Aufgaben gestellt werden, aber auf der anderen Seite könnte ich ohne diese, und ohne Momente, in denen ich mich so sehr dazu gedrängt fühle, Zu hungern - dann "erst-recht-essen" - und Loslassen nicht gesund werden und wäre nicht da, wo ich jetzt schon, oder noch? bin.

Das Gesundwerden und -bleiben, wenn man es wahrhaft durchzieht, besteht aus eben solcher Momente und fühlt sich schwerer an, als in der Krankheit zu verharren. Das Aufrechterhalten, vor allem der Magersucht, erfordert eine immense Kraft - genau dieselbe Kraft fließt in das Gesundwerden, in die entgegengesetzte Richtung gelenkt! Nur, dass man bei diesem Kraftaufwand auch alles mit voller Wucht spürt - weil man nicht mehr apathisch ist und mit jedem Kilo mehr fühlt...

Danke Welt, für die schweren Aufgaben, an denen ich jeden Tag wachse. Da ist noch mehr Potential, also bitte mehr davon, ich schaffe noch mehr!

26.8.14 20:26, kommentieren

Danke an Franzi und Anna-Maria, denn auch das gibt mir viel Kraft. Es gibt so wunderbare Menschen und es reicht, wenn diese einfach nur da sind und ich von ihrer Existenz weiß.

Beim Durchstöbern meiner Texte (eigentlich wollte ich etwas löschen, doch stattdessen kramte ich Altes/Neues hervor), fielen mir ein paar besonders schöne Worte ins Auge, die ich gerne ins Jetzt hineintragen und mitnehmen möchte. Auch wenn sie eher schwammig und ein bisschen sinnlos, vor allem am Ende, sind, ist das Lesen von ihnen für mich wie das Auftragen einer entzündungshemmenden Creme:

Unbeschwert wäre das Leben zu leicht. Unbeschwert würden wir kraftlos davon fliegen und irgendwo im Nirgendwo verloren gehen. Keine Anziehungskraft würde uns irgendwo halten oder an irgendwen oder irgendetwas binden. Ohne ein Gefühl der Schwere, lebt es sich nicht lohnenswert. Denn ohne jemals Schwere gefühlt zu haben, wären wir niemals in der Lage dazu, Leichtigkeit zu fühlen. Wir wüssten ja gar nicht, was Leichtigkeit ist. Warum sollten wir überhaupt Erleichterung verspüren wollen, wenn uns doch nie etwas beschwert? Wir können ja überhaupt keine positiven Gefühle fühlen, wenn wir niemals auch die Negativen fühlen. Ist es das wirklich wert?

Lasset dir gesagt sein: Ein Leben ohne Gefühle, sagt mir mein Gefühl, wäre nicht lebenswert. Wir sollten uns auf schwere Aufgaben, Lasten und belastende Situationen freuen, da sie der einzige Weg zum wunderbaren Gefühl der Erleichterung sind, welches das Tor zu noch so viel mehr positiven Gefühlen öffnet. So wie du bist, bist du wertvoll und vollkommen! Werte dich nicht ab. Wünsche dir nicht, du wärest nicht vollkommen, sondern nur so halbwegs oder jemand ganz anderes, nur weil du dich gerade fälschlicherweise (!) in einem Szenario der Schwere hoffnungslos gefangen siehst. Nur Engel können fliegen. Vögel können fliegen. Libellen, Schmetterlinge und Feen… Fliegen können fliegen. Wir… können nur träumend fliegen. Wenn wir uns im Traum fliegend darüber bewusst sind, wie schwer es ist und wie schwer wir sind, und dass es gut so ist. Und jeder lernt es anders. Mancher muss Anlauf nehmen, ein anderer merkt, dass er sich mit Schwimmbewegungen gut in der Luft fortbewegen kann, und ein dritter verliert einfach den Boden unter seinen Füßen. Doch eines ist allen gemeinsam: Die Angst vor dem Absturz. Die aber doch nur gefühlt wird, wegen der wunderbar erdigen Kraft, die uns niemals bewusst davonfliegen lassen würde. Unbewusst hält sie uns immer bei sich, mit den Füßen auf den Boden bis zu unserer Vorstellung von (Un-)Endlichkeit. Leben. Die Erde erdet uns immer wieder - aufgrund der Schwere.

Einwirken lassen.

 :-( Wenn man einmal wieder anfängt mit dem Essen-und-Erbrechen, ist es so viel schwerer da wieder rauszukommen, als wenn man schon mehrere abstinente Tage schafft. Man muss sich die abstinenten Tage erarbeiten. Und deshalb bewundere ich die Menschen, die sich da schon Monate oder gar Jahre erarbeitet haben. Es aushalten. Ich möchte nicht so enden in der Sucht wie mein Opa.

1 Kommentar 25.8.14 15:41, kommentieren